Tipps & Trends

Wohnkultur ist Lebenskultur. Sich in den eigenen vier Wänden zeitgemäß und stilvoll einzurichten, ist eine Frage von Wohlfühlkomfort. Gönnen Sie sich das gewisse Etwas, mit dem aus einem nüchternen Ambiente Ihr individueller Wohn- und Lebensraum wird. Worauf Sie dabei achten sollten, wie Sie Ihre maßgeschneiderte Einrichtung finden und was es an neuen Trends und Tendenzen gibt, verraten wir Ihnen auf diesen redaktionellen Seiten.

Deep Reading

Einfach mal Abtauchen

WhatsApp-Nachrichten beim Frühstück, die Haltestellen im Zug auf dem Weg zur Arbeit, die E-Mails im Büro und beim Abendbrot Twitter-Meldungen: Wir lesen ständig und überall. Doch die Fähigkeit lange Texte sinnentnehmend und konzentriert zu lesen, verlernen immer mehr. 

Ein Buch zu lesen, heißt Raum und Zeit zu verlassen. In andere Welten einzutauchen und Teil einer Geschichte zu werden. Lesen macht Spaß und hält den Geist fit. Aber wer hätte gedacht, dass es auch die Lebenserwartung erhöht? Wissenschaftler der Yale University haben herausgefunden, dass Bücherwürmer, die regelmäßig und oft ihrer Lieblingsbeschäftigung frönen, bessere Chancen auf ein langes Leben haben. 

Lesen regt das Gehirn an

Die Ursache dafür sahen die Forscher in den positiven Effekten, die das Lesen auf den Körper hat: Man entspannt beim Lesen und baut Stress ab. Zusätzlich trainiert die intensive Beschäftigung mit dem Buch die kognitiven Fähigkeiten, verbessert Vokabular und Konzentrationsfähigkeit und regt die Gehirnzellen an. 

Schmökern verlängert das Leben

Allerdings beziehen sich die Ergebnisse der Studie nur auf das Schmökern in einem Buch. Wer täglich mehrere Stunden WhatsApp-Nachrichten, Facebook- und Twitter-Einträge oder Online-Nachrichten auf seinem Smartphone liest, profitiert nicht von den gesundheitsfördernden Eigenschaften. Das kann im Gegenteil sogar dazu führen, dass man das konzentrierte Lesen, das man für eine längere Lektüre benötigt, verlernt. 

Schulfach „Deep Reading“

Der Bildschirm ist eine eher lese-feindliche Umgebung. Man scannt durch die Buchstaben, klickt auf Bilder, immer auf dem Sprung von einem Info-Hotspot zum nächsten. Hinzu kommt die permanente Ablenkung durch neue Push-Nachrichten oder Anrufe. In den USA sorgen sich Experten deswegen darum, dass die alte Kulturtechnik des Lesens verloren geht. Was möglicherweise bliebe, ist eine Art „Informationsscannen“ am Bildschirm. In der Diskussion ist deshalb ein Schulfach wie „Deep Reading“, wo die Kids lernen, längere Texte und Sätze zu erfassen und zu verstehen. 

Lesekompetenz bei Kindern fördern

Auch bei deutschen Kindern sinkt die Lesekompetenz seit Jahren, wie PISA-Studien und OECD-Berichte zeigen. Experten raten dazu, schon früh die Lesemotivation bei den Kleinen zu wecken, indem sich Eltern zusammen mit ihren Kindern beispielsweise aufs Sofa kuscheln und vorlesen. Und das am besten regelmäßig und mindestens zehn Minuten lang, besser eine halbe Stunde. Das tut nicht nur den Kleinen gut, sondern ebenfalls den Großen. Schon manch einer ist über das Vorlesen von Kinderlektüre wieder „aufs Buch“ gekommen. Sei es um vorab zu prüfen, ob der jeweilige Roman schon für das Kind passt, oder weil die Freude am Lesen wieder geweckt wurde. 

In die Welt des Buches eintauchen

Um in die Lektüre versinken zu können, sollten sämtliche Störquellen beseitigt sein: TV und Radio ausgeschaltet, das Smartphone im Flugmodus und das Laptop aus. Für ein schönes Lesegefühl, bei dem man das leichte Rascheln der Seiten hört und die raue Oberfläche des Papiers fühlt, empfiehlt sich ein Taschenbuch oder ein Hardcover-Exemplar. Hier kann man sich Textpassagen, die einen besonders berühren, mit Bleistift anstreichen oder einer Haftnotiz markieren. 

E-Book-Reader für leichtes Gepäck

Wer mag, kann auch einen E-Book-Reader mit einer papierähnlichen Darstellung zur Hand nehmen. Bei diesem Gerät liegen die Vorteile darin, dass sich mehrere Romane, Biografien etc. auf das kleine Gerät laden lassen. Besonders im Urlaub erleichtert das enorm das Reisegepäck. Viel wichtiger als die Entscheidung, ob man Buch oder elektronische Variante wählt, ist die Umgebung. Wer z. B. ständig auf einem harten Holzstuhl herumrutscht und Gedanken an den schmerzenden Rücken verschwendet, kann nicht in die Welt des Buches eintauchen. Besser man setzt sich gleich in einen gemütlichen Sessel, aufs Sofa oder legt sich ins Bett. Gleiches gilt für das Licht: Optimal ist an dunklen Tagen eine Tischleuchte, welche die Seiten des Buches gut ausleuchtet. 

Lernen ein Leben lang

So ausgestattet, kann man sich sogar auf schwierige Lektüre oder tiefsinnige Gedichte einlassen, die den Kopf fordern und zum Nachdenken anregen. Manchmal ergibt sich in Büchern, die man sonst nicht liest, ein Mehrwert, beispielsweise eine Information, die bei der Lösung eines persönlichen Problems hilft. Und zu guter Letzt: Beim Lesen lernt man nie aus, wie schon Johann Wolfgang von Goethe wusste: „Ich habe achtzig Jahre dazu gebraucht und kann noch jetzt nicht sagen, dass ich am Ziele wäre.“