Tipps & Trends

Wohnkultur ist Lebenskultur. Sich in den eigenen vier Wänden zeitgemäß und stilvoll einzurichten, ist eine Frage von Wohlfühlkomfort. Gönnen Sie sich das gewisse Etwas, mit dem aus einem nüchternen Ambiente Ihr individueller Wohn- und Lebensraum wird. Worauf Sie dabei achten sollten, wie Sie Ihre maßgeschneiderte Einrichtung finden und was es an neuen Trends und Tendenzen gibt, verraten wir Ihnen auf diesen redaktionellen Seiten.

Holz beizen

So machen Sie alles richtig

Verwitterte Gartenmöbel, alte Holzstühle oder ein selber gebauter Nachttisch: Mit Beize färben Sie Holz so,  dass die Maserung sichtbar bleibt.

Ob selbst gebaute oder antike Möbel: Beize färbt das Holz, wobei die natürlichen Strukturen des Holzes erhalten bleiben. Sie unterstreicht den natürlichen Farbton des Holzes und betont die Maserung. Außerdem lassen sich durch das Beizen Holzunterschiede abdecken. Ein Schutz gegen Umwelteinflüsse ist aber nur bedingt gegeben. Denn gebeiztes Holz ist nicht gegen Schimmel und Feuchtigkeit geschützt. Vor allem bei Möbeln, die draußen stehen, empfiehlt sich deshalb eine abschließende Versiegelung, z. B. mit Klarlack. 

Die passende Beize

Beize ist jedoch nicht gleich Beize. Es gibt sie in vielen Holztönen, in bunten Farben und z. B. als Spezialbeize um die Porenstruktur deutlich zu betonen. Darüber hinaus unterscheidet man zwischen flüssigen Beizen, die gebrauchsfertig angerührt sind, und selbst anzurührender Pulverbeize. Zusätzlich muss der Hobbyhandwerker noch wählen, ob er eine Holzbeize auf Wasser-Alkoholbasis oder eine auf Lösungsmittelbasis verwenden möchte. Die erste Variante kennzeichnet sich in der Regel durch eine klare, brillante Farbwirkung aus. Zudem betont sie die Poren nur dezent, und raut die Holzoberfläche kaum auf. Holzbeizen auf Lösungsmittelbasis enthalten Farbstoffe und Pigmente, die in Lösemitteln verarbeitet sind. Dadurch trocknen sie normalerweise schnell, rauen die Holzoberflächen noch weniger auf und hinterlassen glatte Oberflächen. Allerdings betonen sie die Poren stark, wodurch Äste oder Kratzer im Holz deutlich sichtbar werden. 

Metallteile entfernen

Wenn die passende Beize gefunden ist, geht es an das Auftragen. Zunächst wird das Holz geschliffen oder glatt gebürstet und es werden Metallteile und Leimreste entfernt. Tipp: Beize kann mit Metall chemisch reagieren, wodurch es zu Farbunterschieden kommt. Deshalb sollte nicht nur Beschläge und Co. entfernt werden, sondern auch das Werkzeug, mit dem die Beize verarbeitet wird, darf kein Metall enthalten. 

Mit einem Schwamm wässern

Damit das Holz besonders aufnahmefähig ist, wird es mit einem Schwamm und lauwarmem Leitungswasser gewässert. Nach dem Trocknen schleift man die Oberfläche noch einmal ab, z. B. mit einem 120er, 180er oder sogar 200er Schleifpapier. Anschließend wird der entstandene Holzstaub sorgfältig beispielsweise mit einer Bürste entfernt. 

Beize vorher testen

Bevor es ans Beizen größerer Flächen geht, sollte man an einer Stelle, die nicht so im Blickfeld liegt, die Beize testen. Gefällt Ihnen das Ergebnis, können Sie mit dem Auftragen loslegen. Geeignet ist ein spezieller Beizpinsel oder ein herkömmlicher Pinsel. Bei größeren Flächen empfiehlt sich alternativ ein Schwamm oder Lappen. Damit lässt sich die Beize oft dünner und gleichmäßiger auftragen.  Nun wird die Beize in zwei Durchgängen aufgebracht: Zuerst erfolgt der Farbauftrag in Richtung der Maserung, danach entgegen der Maserung. Dabei sollte die Beize möglichst gleichmäßig aufgetragen werden. Nach einer kurzen Einwirkzeit wird die überschüssige Beize mit einem Schwamm aufgenommen, der in Maserrichtung über das Holz geführt wird. Tipp: Tragen Sie während des Beizens Handschuhe und möglichst noch Schutzbrille und Mundschutz. 

Nachbehandlung des Holzes

Nach rund sechs bis acht Stunden ist die Beize getrocknet. Tipp: Richten Sie sich im Zweifel nach den Angeben des Herstellers auf der Dose. Nun kann das Holz nachbehandelt werden. Einen leichten Glanzeffekt erzielen Sie, indem Sie die gebeizte Fläche mit einer Messingbürste bearbeiten. Führend Sie die Bürste immer nur in Richtung der Maserung, da andernfalls Kratzer zurückbleiben können. Zum Schluss können Sie das behandelte Möbelstück mit Lack, Holzöl oder Wachs behandeln, um es vor Feuchtigkeit und Schimmel zu schützen.